Die Klickfunnel-Lüge – darum erhalten Coaches nicht automatisch Kunden und Aufträge

Sicher kennen Sie diese Anzeigen und Stories, die zuhauf durch Facebook & XING laufen und sinngemäß immer so lauten:

"Jetzt als Coach automtisiert 3-7 Neukunden pro Woche" oder "Neuartiges System für automatisierte Kundengewinnung als Coach / Berater" oder "Steigen Sie jetzt ein in den Hochpreismarkt und gewinnen Sie automatisch 5-9 Neukunden pro Woche",

u.s.w u.s.w.

Ich denke, dass diese Systeme in der Regel nur denen helfen, die sie anbieten und ich will Ihnen auch sagen, wieso ich das so sehe.

Willkommen im Klickfunnel

Die Anzeigen und Ankündigungen im vorgenannten Stil führen nach meinen Recherchen fast immer zum gleichen System, auch "Klickfunnel" genannt.

"Funnel" ist englisch und bedeutet Trichter. Gemeint ist damit ein System, bei dem zu Beginn eine große Zahl von Interessenten reinfällt und am Ende eine erquickliche Zahl zahlender Kunden herausfällt.

Klickfunneling braucht grundsätzlich große Mengen an Interessenten, zu Beginn.

Diese erhält der Anbieter des Systems durch Eintrag in eine E-Mailliste. Dafür erhalten Interessenten z.B. "Mein kostenloses Ebook" oder "Die zehn ultimativen Tipps, um ab sofort 6-stellig zu verdienen".

Am Ende des Funnels steht in der Regel ein Videokurs oder ein Abonnement für ... irgendwas halt.

Vom Einstieg in den Funnel bis zum hochpreisigen Endprodukt werden die Kunden tatsächlich automatisiert immer wieder mit steigenden Preisangeboten versorgt, bis sie aussteigen ca. 3-Tage bis wöchentlich".

Wer bis zum Ende dabei bleibt, kauft vielleicht den Videokurs. Die finale E-Mail sieht dann ungefähr so aus: "Letzte Chance: Begrenztes Angebot - nur noch 12 Stunden gültig. Videokurs statt 395,00 nur 95,00".

Innerhalb des Funnel wird mit teils sehr ausgetüftelten Techniken gearbeitet, die ich zwar kenne, auf die ich aber hier aus Gründen des Umfangs nicht eingehen möchte.

Gier frisst Hirn - leider auch das vieler Kolleginnen und Kollegen

Wir erinnern uns kurz: Eigentlich haben sich die Interessenten in die Liste eingetragen, weil sie wissen wollten, wie man automatisiert 3-7 Neukunden / Tag gewinnt.

Nun aber haben sie selbst einen Videokurs zum vermeintlichen Schnäppchenpreis erworben. Dieser beschreibt dann das, ausführlich, was ich gerade hier beschrieben habe (verschweigt aber, dass Sie vermutlich hoch 4-stellig an Werbung und Produktion investieren müssen, um den Funnel zu betreiben).

Sie lernen also, dass Sie z.B. als Coach, Trainer oder Berater jetzt reich werden, indem Sie einen Videofilm über Funnelmarketing verkaufen.

Ist es das, was Coaches unter Coaching verstehen ?

Ich antworte mal aus meiner Sicht auf die Frage: NEIN, eindeutig nein.

Ich habe sicher nichts gegen Videos. Von mir selbst gibt es reichlich Videokurse- und Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Ich kann aber ein Trainingsvideo oder einen Vortrag von einem Coaching unterscheiden.

Unsere Coachingkunden können das übrigens auch.

Ich kenne viele Coaches, Trainer und Berater, einige von meinen Kolleginnen und Kollegen sind auch schon auf die oben beschriebenen Verheißungen herein gefallen und haben dann mit viel Tam Tam ihren "Funnel" aufgesetzt.

Aber: Ich kenne nicht einen einzigen Coach oder Berater, der damit tatsächlich auch nur annähernd zur angepeilten Neukundenanzahl gekommen wäre. Eher so gegen "0", um genau zu sein.

Warum also funktioniert das automatisierte System für Coaching nicht und wie geht es doch ?

Wenn Sie unter Coaching auch nur annähernd das verstehen, was ich darunter verstehe, dann handelt es sich um eine 1:1 oder 1:n Sitzung mit unseren Kunden, die eines oder mehrere Probleme gelöst haben möchten.

Diese Kunden wollen sicher keinen Videofilm sehen oder ein Buch lesen, in dem sie schrotflintenartig Antworten auf viele Fragen, aber nur wenige Antworten auf ihre eigenen Fragen erhalten - und das auch noch ohne die Dynamik eines Coachingprozesses.

Die Kunden, die zu uns als Privat- oder Businesscoaches kommen, brauchen persönliches Vertrauen und Vertrauen in unsere Fähigkeiten als Coach (erstes noch mehr). Wenn sie das haben, werden sie uns buchen.

Dieses Vertrauen erlangen sie, in dem sie uns persönlich kennen lernen und indem unsere Websites etc. Vertrauen aufbauen.

Die meisten Coaches, die ich kenne, leben zudem von Empfehlungen, die sie sich mühsam errungen haben.

Der Weg zu mehr Kunden führt über Positionierung, dem richtigen Marketingmix und persönlichem Auftreten

Der Weg zu mehr Kunden als Coach, Berater, Trainer etc. führt über eine glasklare Positionierung und dem daraus resultierenden, zielgruppenorientierten Marketingmix sowie dem persönlichen Auftreten in Situationen, in denen man auf die potenzielle Zielgruppe trifft.

Es ist kein Gehemnis, dass ich mein Geld u.a. damit verdiene, Kolleginnen und Kollegen auf diesem Weg systematisch zu begleiten.

Wenn tatsächlich mal jemand ein Angebot dabei hat, das für einen Klickfunnel geeignet ist, dann werde ich ihm oder ihr dabei auch helfen.

Ich glaube aber, dass die Versprechen der "automatisierten Kundengewinnung" für echtes Coaching und für echte Beratung heute noch nicht funktionieren.

Wie sehen Sie das ?

Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar. Schreiben Sie mir, wie Sie das sehen, gerne auch, wenn Sie anderer Meinung sind.

 

 

2 thoughts on “Die Klickfunnel-Lüge – darum erhalten Coaches nicht automatisch Kunden und Aufträge”

  1. Naja, nur weil Sie negative Erfahrungen mit Funneln gemacht haben, heißt das nicht, dass diese Methode nicht funktioniert. Ich kann Ihnen aus dem Stehgreif 10 Coaches aufzählen, die mittels Funnelmarketing monatlich 5-6 stellige Umsätze generieren. Also so schwarz/weiß, wie Sie es darstellen, ist es nicht.

    1. Hallo, die Namen würden mich interessieren und die Produkte die sie anbieten. Machen die Coachings, also 1:1 und 1:n-Sitzungen?
      Das wäre doch mal ein schönes Thema für einen Pro- und Contra-Abend. Haben Sie Lust ? Sie bringen Ihre Erfahrungen ein und ich meine.

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