So gelingen erfolgreiche Veränderungen in Unternehmen

Change Management,Veränderung

Change Management ist in aller Munde. Überall auf der Welt finden ständig Veränderungsprojekte statt.

Leider ist es so, dass rund 2/3 aller Projekte scheitern, das bedeutet:

  • Sie erreichen ihr Ziel nicht,
  • nicht vollständig,
  • oder sie werden vorzeitig abgebrochen

Der Verlust für diese gescheiterten Veränderunen geht in die Millarden. Zum einen entstehen Verluste, weil das Geld für das Verändeurngsvorhaben unnötig ausgegeben wurde, zum anderen entsteht der Schaden, weil die notwendige Veränderung, die ja irgendwie unternehmerisch begründet war nicht umgesetzt wurde und nun nach dem alten System „schlecht wie bisher“ weiter gearbeitet wird.

Woran scheitern Veränderungsprojekte ?

Die Gründe, an denen Veränderungsprojekte scheitern sind von Vorhaben zu Vorhaben natürlich unterschiedlich.

Nach meiner Erfahrung ist einer der Haupgründe für das Scheitern von Veränderungsvorhaben der, das Umwälzungen begonnen werden, ohne dass eine adäquate Projektmanagement-Methodik dazu angewendet wird.

Vereinfacht gesagt: Es wird oft kopflos auf ein vages Ziel zugesteuert.

Ein weiterer Grund für das Scheitern von Veränderungen in Unternehmen ist darin zu sehen, dass die Menschen / die Beteiligten in den Organisationen nicht auf professionelle Art mitgenommen werden. Das bedeutet, dass selten jemand die Verantwortung dafür übernimmt, methodisch sicher zum einen die Betroffenheit der einzelnen Beteiligten-Gruppen exakt zu identifizieren und zum anderen keine methodische Sicherheit darin besteht, die unterschiedlichen Veränderungstypen so anzusprechen, dass „Mitreisende“ im Veränderungsvorhaben bestehen.

Ebenfalls torpediert wird der Erfolg von Veränderungsvorhaben dadurch, dass manchen Beteiligten der „Alte Weg“ zugestanden wird. Das ist der Todesstoß für jedes Veränderungsprojekt.

Der letzte große Grund für das Schiefgehen von Veränderungsvorhaben besteht darin, dass für die Veränderung keine „Budgets“ und Ressourcen bereitgestellt werden. Das würde sich allerdings spätestens dann ändern, wenn von Beginn an mit dem nötigen Projektmanagement-Handwerk an Veränderungen rangegangen würde. Projektbudhetierung ist nämlich eine unabdingbare Voraussetzung für Projekte.

Wie können Veränderungsvorhaben nun erfolgreich laufen ?

Ich möchte in diesem Beitrag nur auf die wichtigsten Faktoren eingehen, die zum Gelingen geplanter Veränderungsvorhaben beitragen.

Projektmanagement

Ein Projekt ist per Definition:

  • Ein einmaliges Vorhaben,
  • mit klarem Scope (einer Zielsetzung)
  • welches innerhalb eines festgelegten Zeitraumes
  • mit einem bestimmten Budget

vollendet wird.

Projektmanagement ist die Summe aller Maßnahmen, die dazu beitragen, dass ein Projekt in gesteuerter Form bearbeitet wird. Dazu gehört eine Zielsteuerung, eine Budgetierung, Verantwortlichkeiten und Rollen.

Ein Projekt ist ein „Unternehmen auf Zeit“ und muss auch so gehandhabt werden.

Im Kontext von Unternehmensveränderungen bedeutet das:

Initiiere ein Projekt, benenne ein Budget, löse Ressourcen aus dem Tagesgeschäft und / oder hole weitere hinzu, damit die Mehrarbeit, die eine Veränderung mit sich bringt, auch geleistet werden kann. Steuere dieses Projekt professionell mit bekannten Methoden des Projektmanagements.

Nimm die Menschen mit

Immer wieder höre ich, dass es wichtig ist, „die Menschen mitzunehmen“ und selten erlebe ich, dass dies professionell getan wird.

Im Changemanagement unterscheidet man die die Menschen u.a. nach ihrer Veränderungsbereitschaft. Es gibt folgende Typen von Veränderungsbereitschaft:

  • Mitstreiter

Dieser Veränderungstyp freut sich grundsätzlich auf anstehende Veränderungen. Er arbeitet gerne und aktiv an Veränderungen mit und möchte andere davon überzeugen, sich ebenfalls an Veränderungen zu beteiligen.

  • Gegener

Oft aus Angst – aber nicht nur – verweigert sich dieser Typ der Veränderung. im schlimmsten Fall sabotiert er sie.

  • „Fence-Sitter“

Dieser Typ Mensch sitzt bildlich gesprochen auf dem Zaun und lässt die Beine baumeln, schaut sich das Ganze erstmal an und entscheidet im Laufe des Geschehens, auf welche Seite er sich schlägt. Dieser Typ kann von den Befürwortern oder Gegnern mitgenommen werden.

Change Management im Bereich des Mitmehmens von Menschen bedeutet überwiegend:

  • Die Gründe für das Dagegensein, Abwarten oder Mitmachen zu verstehen und
  • Entsprechende Kommunikationskonzepte und Angebote dafür zu entwickeln

Hierzu braucht es ein professionelles Verständnis und eine entsprechende Methodensicherheit des Changemanagements.

Sei konsequent

Die Veränderung wurde von der obersten Führung des Unternehmens aufgrund der gesamtstrategischen Ausrichtung beauftragt (falls nicht, liegt hier vermutlich schon der erste Fehler).

Die Veränderung ist also kein Selbstzweck, sondern sie hat einen Business-Case. Nach der Implementierung des neuen Weges, sind die alten Wege für jeden – für jeden ! im Unternehmen zu schließen.

Jede Abweichung von diesem Paradigma stellt die Veränderung an sich infrage.

War es das ?

Diese Punkte sind bei weitem noch nicht alle, die zu einem erfolgreichen Veränderungsprojekt beitragen, es sind aber aus meiner Sicht die wichtigsten Punkte.

Alleine wenn dieses konsequent und professionell bearbeitet werden steigt die Chance, dass aus Veränderungschaos ein Veränderungsprojekt wird, exorbitant an.

Bei Missachtung der Punkte oder bei nur halbherziger Umsetzung, sage ich das Scheitern des Veränderungsvorhabens voraus…. wie bei rund 2/3 aller weltweiten Projekte.

Herzlichen Gruß

Robert Flachenäcker

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